Archive for October, 2008

Finanzkrise und barcoo … jetzt erst recht

29. October 2008

In der Startup-Szene werden dieser Tage wild die Auswirkungen der Finanzkrise diskutiert. Natürlich geht dieses Erdbeben auch nicht spurlos an allen vorbei. Aber inwiefern sind wir davon betroffen? Inwiefern verändern sich damit die Interessen der Verbaucher? Ist es nicht so, dass nach der Umbuchung von Steuergeldern in diverse Rettungspakete der Fokus aller noch weniger auf ökologische Aspekte gerichtet ist – schlicht weg weil kein Geld mehr dafür da ist? Natürlich hilft barcoo auch beim Geld sparen, aber der Fokus liegt auf nachhaltigem Konsum und sollten wir jetzt damit nicht ein paar Jahre warten, bis die aktuelle Krise überstanden ist?

Christian Schwägerl stellt in seinem Essay “Faule Kredite” im SPIEGEL (43/2008) die These auf, dass die Finanzkrise und die Ökokrise gemeinsame Ursachen haben und beide akuten Handlungsbedarf haben.

Nicht nur das amerikanische Immobiliengeschäft, sondern die gesamte heutige Wirtschaftsweise beruht auf faulen Krediten. [...] Was ist ein fauler Kredit? Einer, bei dem der Kreditgeber sein Geld höchstwahrscheinlich nie wiedersieht oder bei dem der Kreditnehmer sich einfach darauf verlässt, dass andere für ihn Raten und Zinsen tilgen werden. Die Plünderung der Natur und die Erwärmung der Erde, die weltweit in gigantischen Maßstab laufen, lassen sich in dieses Schema einordnen. Die Natur ist die Bank.

Wir kriegen von dieser Bank jeden Tag immense Kredite. Das ökologische Kapital kann aber auf diese Weise nicht nachhaltig erhalten bleiben. Die Bank stürzt somit langsamer als die Wall Street das vorgemacht hat, aber dennoch unablässig in die Krise. Die Meere werden schonungslos überfischt und verseuchtes Wasser oder abgestorbene Korallenriffe sind als Zeichen der Zerstörung allgegenwärtig. Ein gesunder Kredit von den Meeren wäre nach Schwägerl den Anteil Fische rauszuholen, der auch wieder nachwächst. Eine Studie der Bundesregierung zeigt, dass Waldzerstörung die weltweite Volkswirtschaft jährlich 2 bis 5 Billionen Dollar kostet.

Deswegen sollten wir alle noch intensiver darauf achten, nicht zweimal zu verlieren. Viele Steuermilliarden sind weg aber unsere Lebensgrundlagen sind noch zu retten.

Die Finanzkrise ist ein Lehrstück erster Güte, nicht nur in Ökonomie, sondern auch in Ökologie. Als die Banken aufhörten, einander Geld zu leihen, wurde sichtbar, wie hochgradig vernetzt sie sind und mit welchen Folgen sich Ereignisse von einem Ort in einem globalen Beziehungsgeflecht ausbreiten, sich unterwegs verstärken und anderswo katastrophisch akkumulieren können. Solche Vernetzungen sind es, aus denen wir unsere Nahrung beziehen, das Trinkwasser und die Luft zum Atmen.

Und wir probieren mit barcoo unseren kleinen Anteil daran zu leisten. Gerade wegen der Finanzkrise.

Lebensmittel-Ampel

1. October 2008

“Verbraucher sollen künftig leichter erkennen können, wie viel Fett, Zucker oder Salz Lebensmittel beinhalten.” Dieser Satz ist eigentlich das Einzige worauf sich alle Parteien einigen können, die bei diesem Thema an einem Tisch sitzen. Ob das per gesetzlich verordneter “Ampel” auf den Lebensmitteln, oder per Selbstverpflichtung der Hersteller oder per barcoo passiert, ist weiterhin unklar.

In England gibt es bereits eine Ampel, die klar und direkt zeigt, ob ein Produkt den Trend zum Übergewicht und ungesundem Nahrungsmitteln fördert oder bricht. Grün für gesund, gelb für mittelprächtig, und rot für besonders fett, besonders zuckrig oder besonders salzig. Das führt aus Sicht der Gegner zu übertriebener Vereinfachung und Diskriminierung – alle süßen Leckereien wären ja dann mit einer roten Ampel markiert und der Verbraucher “bevormundet”.

Nun haben die Verbraucherminister der Bundesländer die Bundesregierung aufgefordert, sich auf europäischer Ebene für eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung einzusetzen. Bundesminister Seehofer will nun neuerdings und überraschend sogar einen nationalen Alleingang wagen. An diesem großartigen Erfolg hat nicht zuletzt Foodwatch Anteil. Es gibt aber noch enorme Hürden, bis wir wirklich eine Ampel bekommen. Deswegen würden wir uns freuen, wenn Du die Mitmach-Aktion von Foodwatch unterstützt. Eine gute investierte Minute.

Sollte die Ampel trotzdem nicht kommen, wird barcoo sie Dir jedoch zum Wegstecken für Deine Hostentasche auf Dein Handy geben.