Archive for November, 2009

CSR-Informationen bei barcoo mit WeGreen

24. November 2009

Im Rahmen einer Kooperation mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin wird das Projekt „WeGreen“ von Maurice Stanszus bei barcoo integriert. WeGreen hat bei dem Ideenwettbewerb von Mission Sustainability gewonnen und konnte sich gestern auf der Jahrestagung vom Rat für Nachhaltige Entwicklung präsentieren.

WeGreen ist ein Tool welches CSR-Informationen über Konzerne sammelt und in gebündelter Form an Konsumenten weiterreicht. Die soziale und gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen wird in vielfältiger Weise bereits veröffentlicht, bewertet und kommentiert. Verschiedene Institutionen wie z.B. Rating-Agenturen, Verbraucherinitiativen, NGOs oder die Unternehmen selber stellen CSR-Informationen zur Verfügung. WeGreen versucht diese Bewertungen konsumentenfreundlich aufzubereiten und mit Hilfe des Barcode-Scanners von barcoo direkt den Produkten zuzuordnen. Es sind bereits Quellen wie z.B. das Good Company Ranking integriert und weitere wie z.B. das gestern veröffentlichte Nachhaltigkeitsberichtsranking sollen folgen.

Mittelfristig soll eine Nachhaltigkeitsampel auf einfache und verständliche Weise den Hersteller einordnen und dem Konsumenten die Möglichkeit gegeben werden, die zugrunde liegenden Kriterien und Bewertungsmaßstäbe einzusehen.

Workshop im Umweltministerium: Verbraucherberatung im Web 2.0

16. November 2009

Wir wurden zu einem Experten-Workshop im Umweltministerium eingeladen. Offizieller Titel der heute stattgefundenen Veranstaltung war: “Förderung von Ressourceneffizienz im Rahmen der Verbraucherberatung im Web 2.0″. Das Grundproblem war, dass es damit eigentlich schon um zwei Themen ging: Ressourceneffizienz, die es nach der Energieeffizienz in das kollektive Bewusstsein schaffen soll, und Peer-to-Peer-Verbraucherberatung. Das sorgte dafür, dass die Diskussion von Teilnehmern aus der Web-Welt und Ämtern bzw. Instituten nicht immer so tiefgehend war, wie von mir erwartet.BMU

Unsere Grundthese ist ja, dass alle Deutschen fast alle Informationen haben, um umfassende Transparenz für den Verbraucher zu erzielen. Außerdem haben wir ein Fundament an technischen Mitteln, um diese zur Verfügung zu stellen oder mit Produkten, Produktkategorien oder Herstellern zu verknüpfen. Die Praxis ist leider nicht immer so leicht wie diese Grundformel.

Und so ging es schnell zu den Praxisbeispielen: Das coole und finanziell klamme Utopia machte den Anfang. Seit dem Wochenende haben sie sich geöffnet und alle Blogs der Utopisten sind auch ohne Zwangs-Login erreichbar und prompt die meistgeklickten Artikel. In Zukunft ist unter anderem ein Shopping-Guide namens “Utopia Guide” geplant. Hier sollen auch Second Hand-Produkte sowie Tauschtransaktionen möglich sein, ist aber aus meiner Sicht zum Teil ein Schritt in Richtung Shopping-Provisionen (was wir auch machen). Der redaktionelle Aufwand für einen von Experten geprüften Guide sei zu hoch gewesen und ich bin gespannt, wie dann der Katalog zusammengestellt und bewertet werden soll. Ich nehme an, dass die Utopisten hierbei die bestimmende Rolle spielen, aber gerade bei CSR-/ Sozialverantwortungs-Informationen ist User generated Content vielleicht derzeit noch nicht der Königsweg. In Kürze hier mehr, wie wir das lösen wollen.

Weiter ging’s mit onedidit.com, einem Online-Rechner mit dem man seine persönliche Ressourcen-Effizienz berechnen kann. Probiert’s mal aus. In der Diskussion wurde festgestellt, dass Rechner grundsätzlich mehr am Verkaufsort eingebunden werden sollten. Das nehme ich gerne als Arbeitsauftrag für uns mit. Etwas schlanker als onedidit müssten sie dann schon sein. Grundsätzlich kam auch öfter die Frage hoch, wie wir alle es messbar machen können, wie bzw. ob die Verbraucher grüne Informationsquellen nutzen. Gute Frage, die wir auch mit barcoo derzeit nicht ausreichend beantworten können.

Die ehrwürdige Stiftung Warentest präsentierte ihren Status und zukünftige Pläne. 3% der Besucher auf test.de kaufen auch ein, aber der Online-Umsatz macht immer noch nur gut 3% der Gesamtumsätze aus (ungeachtet des hohen Vertriebsanteils für die Printprodukte über die Website). Neben diesem starken Printbezug ist für die Stiftung auch ein Grundproblem, dass die Produktlebenszyklen immer schneller werden. Ein ordentlicher Test für eine Waschmaschine beinhaltet einen 6-Monate-Betrieb und dann ist das Gerät vielleicht vielleicht schon wieder durch ein neues Modell abgelöst. Zukünftig wollen sie mehr Produktfinder einbauen, SEO betreiben und in das “verteilte Internet” gehen (Facebook und Co.). Die Angebote sollen mobil verfügbar gemacht werden und es soll mehr User generated Content eingebunden werden, wobei die Manipulationsgefahr für test.de noch größer sei als bei anderen Portalen. Es wird wohl nicht jeder alles kommentieren dürfen. Grundsätzlich können Nutzer manche Fragen besser beantworten als die Stiftung selber (z.B. den Kundenservice) und somit soll eine Kombination aus Expertenwissen und wertvollem Nutzerwissen entstehen. Ganz bewusst (und aus meiner Sicht auch besser so) soll keine Kopie von Ciao, dooyoo und Co. entstehen.

Social Media und andere potente Hebel wurden immer mal kurz erwähnt, sind aber aus meiner Sicht viel zu kurz gekommen. Insbesondere wenn man den Teil-Titel der Veranstaltung zum Anspruch nimmt. AlaTest war hier die rühmliche Ausnahme, es wurde berichtet, dass sie damit experimentieren die Nutzerkommentare semantisch auszuwerten. Das Fazit des Workshops war dann auch, dass wir …

  • … im Bereich der Ressourceneffizienz ein Datenproblem haben. Auf Produktebene liegen hier eigentlich keine Daten vor und selbst auf Kategorieebene kann man “nur” Handlungsempfehlungen aussprechen.
  • … bei dem Datenproblem “Web 2.0″ nur wenig helfen würde. Insbesondere diesen Punkt sehe ich ohne konkreten Vorschlag jedoch anders. Auch die Frage, ob erst ein Grundverständnis der Verbraucher für Ressourceneffizienz existieren muss, bevor sie eigene Erfahrungen sinnvoll kommunizieren können, würde ich so beantworten, dass dies gut ein synchroner Prozess sein könnte.
  • … uns fragen müssen, ob es überhaupt politischen Handlungsbedarf gibt, Kooperationsmöglichkeiten zwischen Web2.0-Akteuren und dem Umweltministerium zu fördern. Um das zu beantworten haben aus meiner Sicht leider namhafte Web2.0-Akteure gefehlt.

Mitarbeiter im Interview: Martin Scheerer

10. November 2009

Ganz nach imedo-Style ab jetzt eine neue Reihe bei uns: Mitarbeiter-Interviews. Den Anfang macht Martin Scheerer.

Was war Dein erster Job?
Der erste feste Job war mein Zivildienst. Es ging um die Vorbereitung der Jahr-2000-Umstellung für die PCs im Uniklinikum Tübingen.

Wozu kannst Du nicht “Nein” sagen?
Essen, Trinken, Feiern, …

Nenne drei Dinge, auf die Du persönlich verzichten könntest.
Fahrradplatten, leere Keksdosen und Autos innerhalb vom Berliner S-Bahn-Ring.

Auf was kannst Du nicht verzichten?
Freiheit, Sonne und Liebe.

Was machst Du in Deiner Freizeit am liebsten?
Nein, nicht den neuesten iPhone-Client entwickeln ;-) In der Freizeit versuche ich mich möglichst wenig mit Barcodes, Handys oder Computern zu beschäftigen. Gerne bin ich draußen, z.B. Surfen am Müggelsee. Wenn’s mal wieder schneit und regnet, tanze ich gerne in einer der vielen Berliner Tangobars.

Was war Dein größter persönlicher Erfolg?
Ich freue mich sehr, dass ich seit über 2 Jahren erfolgreich dazu beitrage den Menschen ein Werkzeug zu geben, verantwortungsvoller und informierter zu konsumieren. Ich bin überzeugt, dass Dienste wie barcoo und woabi einen großen Beitrag zu mehr Transparenz liefern. Hier von Anfang an dabei zu sein und diese Entwicklung mit zu gestalten, ist bisher mein größter Erfolg.

Was macht die Arbeit bei checkitmobile in Deinen Augen so spannend?
Zum einen ist das mobile Umfeld sehr dynamisch und kreativ. Es gibt ständig neue Entwicklungen, langweilig wird es nicht. Darüber hinaus gibt mir die Arbeit Einblicke in verschiedenste Bereiche, von ESL-Milch bis Post-Merger-Management ;-)

Was ist Deine Position bei checkitmobile?
Business Development

Was waren Deine Erfahrungen bei der Übernahme von barcoo durch checkitmobile?
Mich hat erstaunt wie lange und zeitaufwendig Verhandlungen sein können,  selbst wenn sich eigentlich alle Parteien einig sind.
Toll ist das neue Team. Schon so kurze Zeit nach der Übernahme haben sich die Prozesse eingespielt und wir können mit voller Kraft an neuen Features und an der Unterstützung neuer Handy-Modelle arbeiten.

barcoo zieht zur checkitmobile

4. November 2009

Nachdem wir barcoo komplett eigenfinanziert gestartet haben, wurden wir dankenswerterweise ein Jahr lang von der EU finanziert. Die letzten Monate waren unglaublich rasant, aber durch “das bisschen Werbung-Schalten” können wir noch bei weitem keine schwarzen Zahlen schreiben. Und da gab es noch diesen “lästigen Konkurrenten” aus Berlin: woabi.

Nach vielen Diskussionen mit den Gründern der checkitmobile GmbH, dem Unternehmen hinter woabi, mussten wir feststellen, dass wir zu 90% das Gleiche machen. Und wenn man sich gut versteht und sowieso fast das Gleiche macht, bietet es sich an, das Ganze zusammen zu legen. Gesagt, getan: barcoo gehört seit Ende Oktober zur checkitmobile GmbH, wir sind in das gemeinsame Büro gezogen und können jetzt noch viel schlagkräftiger unsere beiden Dienste weiter entwickeln.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit! Und für alle barcoonauten ist das auch gut, denn so können wir in Zukunft noch mehr Handy-Modelle unterstützen und noch bessere Inhalte anbieten.