Diät-Weihnachtsmänner auf dem Prüfstand

21. December 2009 von Benjamin

Auch zu Weihnachten wird Diabetikern mit vermeintlichen “Diät”-Süßwaren das Geld aus der Tasche gezogen. Laut der Verbraucherzentrale Hamburg enthalten diese jedoch bis zu 41 % mehr Fett und 10 % mehr Kalorien als die nicht extra als Diät-Produkte deklarierte Vergleichsprodukte. Diät-NikolausDas an sich ist eigentlich schon unglaublich aber noch nicht alles: Natürlich sind diese Produkte auch viel teurer als die Vergleichsprodukte.

Diabetiker müssen heute gar nicht mehr Zucker durch Ersatzstoffe wie Fruktose ersetzen. Das ändert nichts daran, dass manche Hersteller sich hier noch eine goldene Weihnachtsnase verdienen wollen. Das finden wir verantwortungslos und zeigen in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Hamburg bei den jeweiligen Weihnachts-Nikoläuse, -Lebkuchenherzen und anderen Süßwaren eine entsprechende Warnung an.

4 Antworten zu “Diät-Weihnachtsmänner auf dem Prüfstand”

  1. Was sind die Besten Diät Produkte? | Einfach sicher und schnell abnehmen sagt:

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  3. maers sagt:

    Danke für die vielen interessanten Tipps und Hinweise

  4. Michael sagt:

    Die ganze Diskussion über Diabetiker-Produkte und das jetzt ergangene Verbot durch den Gesetzgeber ist katastrophaler Unfug. Selbstverständlich braucht z. B. ein mit Fruchtzucker (Fructose) bzw. (da zum Backen geeigneter) Sorbit gebackener Kuchen nicht ein Gramm Fett mehr zu haben als einer mit Zucker (= Haushaltszucker, Saccharose). Und er hat dann auch nicht mehr Kalorien. Aber Fructose bzw. Sorbit lassen eben den Blutzucker nicht so plötzlich steigen wie Saccharose oder Glucose. Letztere hingegen sind damit maßgeblich für Spätschäden bei Diabetikern verantwortlich – ich bin Typ I-Diabetiker. In der ganzen Diskussion habe ich von den Befürwortern des jetzigen Verbotes noch kein einziges vernünftiges Argument gehört, dass gegen eine Verwendung von Fructose spräche. Im Gegenteil: Fructose ist nicht nur für Diabetiker besser als Saccharose und Glucose, sondern im Prinzip auch für alle anderen Menschen, sie schont Gefäße und Kreislauf, gibt – zumindest meiner Erfahrung nach – Karies viel weniger Nahrung als Saccharose. Dass Fructose den größten Teil des Zuckers in Obst einnimmt, sei nur am Rande vermerkt.

    Was gegen Diabetikerprodukte angeführt wird, ist ja vor allem, dass Diabetiker verleitet werden, mehr Süßes zu essen und damit mehr Kalorien aufzunehmen. Als Alternative wird von Befürwortern des Verbotes der Diätprodukte wie z. B. dem Diabetikerbund ja auch nicht etwa gesagt, andere Süßigkeiten (Saccharose) seien gesünder oder auch nur genauso gesund: nein, es wird gesagt, Diabetiker sollten sich genauso ernähren wie andere Menschen auch nämlich im Wesentlichen mit Vollwertprodukten. Das heißt also: Im Grunde ist es grundsätzlich schlecht Süßes zu essen; eigentlich soll man gar nichts Süßes essen. Das aber erweist sich damit als pure Heuchelei: Diabetiker – wenn sie nicht mit Saccharose und Glucose Spätschäden riskieren wollen – sollen gar keine Süßigkeiten mehr essen; andere Leute dagegen werden nicht davon abgehalten, weiter Süßes zu essen. Dabei müsste man, bevor man waren mit Fructose verbietet, erst einmal alle mit Saccharose und Glucose verbieten, einschließlich natürlichem Honig etc. Tatsächlich schadet der Verzehr von Süßigkeiten mit Saccharose und Glucose den Nicht-Diabetikern natürlich aufgrund der fehlenden Gefahr von Spätschäden nicht so wie Diabetikern. Für Diabetiker, die diese Spätschäden einigermaßen nachhaltig abwenden wollen ist aber die Konsequenz relativ klar: Nie mehr Kuchen essen, nie mehr Marmelade o. ä. essen, nie mehr Schokolade essen! Statt die harmloseren Diätprodukte als Angebot einem mündigen Verbraucher zu bieten, bleibt so nämlich nur die Wahl zwischen ganz schlecht und gar nichts.
    Die meisten Diabetiker werden natürlich nicht so reagieren, sondern Produkte mit Saccharose und Glucose verzehren. Denn das sagte man uns ja schon bei der Diabetiker-Schulung in der MNR-Klinik der Düsseldorfer Universität 1986: Bevor man die ideal-gesunde Ernährung propagiert (sprich: z. B. Vollwertkost), ist, damit überhaupt ein einigermaßen verantwortliches Verhalten der Patienten nachhaltig bestärkt wird, zunächst einmal wichtig, dass sie zufrieden sind; sprich: am wichtigsten ist, dass die Patienten das bekommen, was Ihnen schmeckt! Denn jeder Zwang ist kontraproduktiv.
    Die Konsequenz dürften – ich denke da muss man kein abenteuerlicher Prophet sein – vermehrte Spätschäden sein; und dabei handelt es sich ja nicht um Kleinigkeiten: Wenn wir in einigen Jahren oder Jahrzehnten stark angestiegene Raten von Nierenversagen und Erblindungen bei Diabetikern haben, darf sich niemand beschweren, der zu der jetzigen Entscheidung beigetragen hat: Alle die werden dafür nämlich die Verantwortung tragen.

    Nun habe ich bisher ungenau von einem Verbot gesprochen. Ich habe mich bisher nicht genau über die wirklichen rechtlichen Änderungen informiert, sondern nur die Nachrichten in Presse, Funk und Fernsehen rezipiert. Tatsächlich dürfte mehr oder weniger nur verboten sein, Produkte mit Fructose und Sorbit als Diät-Produkte und für Diabetiker besonders geeignet zu bezeichnen. Allerdings ist eine solche Änderung natürlich geeignet, den Markt entsprechend kaputt zu machen. Und das war ja auch genau die Absicht. Schon jetzt, obwohl noch bis Ende 2011 entsprechende Produkte unter den Bezeichnungen wie bisher hergestellt werden dürfen und bis Ende 2012 verkauft werden dürfen, hat der Supermarkt, wohin ich normalerweise ging, sein gesamtes reichhaltiges Angebot an Diät-Konfitüren und Diät-Sirup (einer Art Honig-Ersatz) u. ä. aus dem Regal genommen. Diät-Nikoläuse und Diät-Adventskalender, die man auch früher nicht immer leicht bekam, finde ich nirgends mehr. Die Empörung darüber, dass solche Produkte auch noch teurer gewesen seien als Nicht-Diätprodukte ist mir gegenüber einfach blanker Hohn: Ich würde gerne den vierfachen Preis dafür bezahlen, wenn ich diese Produkte überhaupt bekäme! Der Verbraucher wird so zum unmündigen Objekt.

    Man wird sehen, ob vielleicht sogar der Verkauf von Fructose und Sorbit selbst verboten wird. Ich hoffe das nicht. Da Zucker grundsätzlich nicht verdirbt, könnte ich mir davon immerhin zentnerweise 2011 einkaufen, dass ich bis zum Lebensende damit backen kann. Auch von Diätsirup könnte ich mir einfach 500 Gläser kaufen. Das müsste bis zu meinem Lebensende (ich bin 49) reichen. Für anderes gilt das aber nicht: Kekse, Schokolade, Konfitüre … Na ja, Diät-Gelierzucker werde ich auch noch auftreiben können, um dann selbst Marmelade einmachen zu können, auch wenn ich daran zweifle, dass ich die z. T. exzellenten Würzungen von einigen Firmen erreichen kann, die heute noch Diät- und andere Konfitüre herstellen. Schokolade selbst zu machen, müsste ich noch lernen. Wenn mir nicht schon heute meine Zeit hinten und vorne nicht reichen würde!
    So bleibt vielleicht am Ende nur eine andere Alternative, wobei ich mich bis jetzt nicht so genau darüber informiert habe, ob diese zur Verfügung steht: Vielleicht kann ich die bei uns inkriminierten Produkte ja im Ausland beziehen. dass ich Porto für den Versand gerne bezahlen würde, brauche ich wohl nicht mehr zu betonen.

    Es mag sein, dass sich die Lage für einen Typ I-Diabetiker wie mich (der ja überhaupt kein eigenes Insulin mehr produzieren kann) durchaus ein wenig anders darstellt als für die Mehrzahl der Diabetiker, die Typ II angehören. Insbesondere muss ich zu den “Gefahren” von angeblich (aber meines Erachtens keineswegs zwangsläufig) höherem Kaloriengehalt von Diätprodukten sagen, dass ich, wenn ich mit meiner Figur (Hyperlipotrophie am Bauch durch das Insulinspritzen) auch nicht ganz zufrieden bin, bei 70 kg Gewicht bei 1,80 m Größe (und Alter von 49 Jahren) eigentlich nicht meckern kann. Beschweren muss ich mich aber eben darüber, dass durch die jetzt geschehenen Beschlüsse von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat meine bisherige Lebensqualität stark gefährdet ist. Ich habe deshalb nach dem Kabinettsbeschluss, der die jetzige Gesetzeslage eingeleitet hat, in der Nacht praktisch nicht schlafen können, so hat mich das aufgewühlt. Aber – wie ich ausführlich deutlich gemacht zu haben glaube – ich werde nicht aufstecken, sondern kämpfen!

    Dr. (phil., also keiner, der irgend etwas mit Medizin zu tun hat) Michael M., Erfurt

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