Fast pünktlich ein Jahr nach der Dioxin-Affäre erreicht uns ein neuer Lebensmittelskandal. Laut der Untersuchung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) befinden sich in jeder zweiten Packung Hähnchenfrischfleisch gefährliche und gegen Antibiotika resistente MRSA- oder ESBL-produzierende Bakterien.
Diese wurden mittels Stichproben in den Produkten der Hersteller Wiesenhof, Sprehe und Stolle gefunden. Untersucht wurden die Proben aus den Fleischpaketen der Supermarktketten Aldi, Lidl, Edeka, REWE und Real in fünf deutschen Großstädten.
Der BUND betont selber, dass die wenigen Stichproben keine repräsentative Untersuchung darstellen, dennoch zeigt das, wie auch die Nachforschung des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im September 2011, dass der inflationäre Einsatz von Antibiotika in der Fleischindustrie ein zunehmendes Problem wird.
Worum geht es hier eigentlich?
Antibiotika kennen wir alle. Sie werden bei Infektionskrankheiten, wie z. B. der Lungenentzündung verschrieben, damit sie die krankheitserregenden Bakterien angreifen und uns heilen. Sie wirken nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren und so werden sie bei der Massentierhaltung vorsorglich dem Futter der Hühner beigemischt. Ich betone: vorsorglich. Krank sind die Tiere nicht. Warum macht man das dann? Die Tiere leben auf dem engsten Raum, sind extrem hohen Stress ausgesetzt und werden dann infolge dessen natürlich krank und sterben. Kranke Tier kann der Fleischproduzent nicht gebrauchen, also werden sie im Voraus mit Medikamenten gefüttert.
Jetzt kommt die Evolution ins Spiel und lässt die Bakterien im Körper der Hühner mutieren.
Sie passen sich an, produzieren dabei selber Waffen gegen das Medikament, wie das ESBL-Enzym, welches bestimmte Antibiotika spaltet und sie damit unschädlich macht. Genau diese Enzyme und auch Bakterien, die die Enzyme produzieren, wurden im Fleisch der Hühner gefunden. Wer das Fleisch isst, es dabei nicht richtig brät und/oder ein schwaches Immunsystem hat (wer war diesen Winter noch nicht krank), erliegt der Gefahr ernsthaft zu erkranken. Dumm nur, dass der Arzt dann auch nicht helfen kann, denn unser einziges Mittel gegen die Keime ist wirkungslos.
Wir finden das höchstbedenklich und haben deswegen eine Seite eingerichtet, die ab sofort und bei jedem Barcode-Scan eines Fleischproduktes oder mittels der Miniguides über das Thema informiert und Ratschläge gibt.
Wir wollen niemandem vorschreiben, was und wie viel er essen soll. Wir hoffen aber, wenn jeder einzelne von Euch mehr darüber weiss, was auf dem Teller liegt, wie sehr die Tiere leiden und womit sie gefüttert werden, dass Ihr dann bewusster Fleisch konsumiert.
Es kann auch nicht schaden, sich etwas ausführlicher über das Thema Massentierhaltung und Antibiotika zu informieren. Entweder auf den Webseiten des BUND bzw. der PETA oder Ihr lest das großartige Buch Tiere Essen von Jonathan Safran Foer, welches wir wärmstens empfehlen.
In Belgien gibt es den sogenannten „Vegetarischen Donnerstag“, ein Tag in der Woche, an dem kein Fleisch auf dem Speiseplan steht. Diese Aktion wollen wir unterstützten, da sie nicht nur Eure Gesundheit fördert, vielmehr ist der Verzicht aufs Fleisch an einem einzigen Tag der Woche ein enormer Beitrag zum Klimaschutz, denn Ihr helft damit, die CO2-Emissionen, die seitens der Massentierhaltungsindustrie produziert werden, zu verringern.















