Antibiotika werden zur Behandlung von Infektionskrankheiten wie z. B. der Grippe eingesetzt. Die Fleischhersteller mischen vorsorglich Antibiotika in das Futter der Hühner, damit diese nicht erkranken. Das müssen Sie tun, denn durch die Massentierhaltung werden diese schnell und oft krank, was dazu führt, dass weniger Fleisch produziert wird.
Durch den massiven Einsatz von Antibiotika passen sich die Keime an, sie mutieren und bilden Resistenzen. Konkret bedeutet das, nach einer Weile verlieren die Antibiotika ihre Wirkung.
Wir essen dieses Fleisch und bringen damit die gefährlichen Erreger direkt in unseren Körper. Bei einer Erkrankung werden Antibiotika verschrieben, die im Normalfall die gefährlichen Keime abtöten und uns damit heilen. Dumm nur, dass die Medikamente jetzt nicht mehr wirken, denn die Bakterien, die über das Hähnchenfleisch aufgenommen wurden, können die Antibiotika bekämpfen.
MRSA Bakterien: Sie können Wundinfektionen, Blutvergiftungen und Lungenentzündungen verursachen, wenn unser Immunsystem geschwächt ist. Personen, die Kontakt zu Tieren (insbesondere Nutztieren) haben, sind laut Robert-Koch-Institut um den Faktor 138 einem höheren Risiko der Erkrankung ausgesetzt.
ESBL: Ein Enzym, welches Beta-Laktam-Antibiotika spaltet und sie damit unschädlich macht. ESBL ist also eine wirksame Waffe der Bakterien gegen die Antibiotika. Eine Infektion mit einem Bakterium, welches ESBL produzieren kann, ist hochgefährlich und kann im schlimmsten Fall zum Tod führen.
Zuerst raten wir Dir, das Fleisch immer gut durchzubraten. Dabei werden die meisten Schaderreger getötet. Auch während der Zubereitung von Hähnchenfleisch solltest du verstärkt auf die Hygiene in der Küche achten und die sog. Kreuzkontamination vermeiden. Klassisches Beispiel ist dabei das Abwaschen oder Schneiden von Fleisch vor dem Zubereiten eines Salats. Hier ist es immens wichtig die verwendeten Küchenutensilien und die Hände zwischendurch ordentlich zu säubern.
Anschließend solltest Du Dich ausreichend über das Thema Massentierhaltung und Antibiotika selber ausreichend informieren. Entweder auf den Webseiten des BUND bzw. der PETA oder Du liest das Buch Tiere Essen von Jonathan Safran Foer, welches wir wärmstens empfehlen.
Wir wollen niemandem vorschreiben, was und wieviel er essen soll. Wenn Du aber mehr darüber weißt, was auf deinem Teller liegt, wie sehr die Tiere leiden und womit sie gefüttert werden, dann hoffen wir, dass Du bewusster Fleisch konsumierst.
In Belgien gibt es den sogenannten „Vegetarischen Donnerstag“, ein Tag in der Woche, an dem kein Fleisch auf dem Speiseplan steht. Diese Aktion wollen wir unterstützten, da sie nicht nur Deine Gesundheit fördert, vielmehr ist der Verzicht aufs Fleisch an einem einzigen Tag der Woche ein enormer Beitrag zum Klimaschutz, denn Du hilfst damit, die CO2-Emissionen, die seitens der Massentierhaltungsindustrie produziert werden, zu verringern.
Tierschützer finden gefährliche Keime in Hähnchenfleisch, Spiegel Online, Stand: 10.01.2012
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Stand 10.01.2012
Evaluierung des Antibiotikaeinsatzes in der Hähnchenhaltung, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Stand: 10.01.2012
Extended Spectrum β-Lactamasen (ESBL), Wikipedia, Stand: 10.01.2012
