Fruchtsaft, das natürlichste Produkt in dieser Familie, ist zu 100% "flüssiges Obst". Ihm wird nichts hinzugefügt, weder Farb- noch Konservierungsstoffe. Eine Ausnahme bilden Multivitamin-Fruchtsäfte, denn ihnen können verschiedene Vitamine zugefügt werden. Die Angabe "Direktsaft" oder "aus Fruchtsaftkonzentrat" gibt Aufschluss darüber, wie der Fruchtsaft hergestellt wurde. Direktsaft wird ohne Umwege aus der Frucht gewonnen. Bei Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat wird dem ursprünglich gewonnenen Fruchtsaft schonend Wasser entzogen und vor der Abfüllung wieder zugesetzt.
Manche Früchte enthalten sehr viel Fruchtsäure oder Fruchtfleisch. Daher werden Sie erst durch das Mischen mit Wasser und Zucker genussfähig. Das gilt z.B. für schwarze Johannisbeeren, Sauerkirschen, Aprikosen, Bananen oder Maracuja. Solche Getränke tragen die Bezeichnung "Fruchtnektar". Der vorgeschriebene Mindestfruchtgehalt liegt, je nach Fruchtart, zwischen 25 und 50%.
Bei Fruchtsaftgetränken liefern die Früchte meist nur ihren Geschmack. Der Mindestfruchtgehalt liegt, abhängig von der Fruchtart, bei 6 bis 30%. Fruchtsaftgetränke zählen neben den kohlensäurehaltigen Limonaden und Brausen zu den Erfrischungsgetränken. Neben kleinen Mengen Fruchtsaft enthalten sie Trinkwasser, natürliche Fruchtaromen, Zucker und gegebenenfalls Genusssäuren.
Eine besondere Stellung unter den Fruchtsaftgetränken nehmen Fruchtsaftschorlen ein. Sie setzen sich aus Fruchtsaft und Mineralwasser zusammen. Das Ausgangsprodukt Fruchtsaft unterliegt denselben Bestimmungen wie ein 100-prozentiger Fruchtsaft. Apfelsaftschorlen zum Beispiel haben einen Fruchtsaftgehalt von mindestens 50%, meist aber 60%.
Die in Deutschland beliebtesten Sorten sind laut dem Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (Verbrauch im Jahr 2009 pro Person):
- Orangensaft (9,0l)
- Apfelsaft (8,5l)
- Multivitaminsaft (4,2l)
- Traubensaft (1,0l)
Von 1950 bis 1990 stieg der Pro-Kopf-Verbrauch in der Bundesrepublik Deutschland von 1,9 l auf 39,6 l, nach der Wiedervereinigung zwischen 1991 und 2000 weiter auf 40,6 l. Im Jahr 2009 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 37,0 l. Damit liegt Deutschland weltweit auf Platz 1 vor Norwegen (33,2 l), Finnland (31,1 l), Österreich (29,1 l), der Schweiz (29,9 l), Spanien (28,5 l), den USA (27,8 l) und den Niederlanden (27,8 l).
Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e.V. (Update: 14.09.2010)
Wikipedia (Update: 14.09.2010)
stock.xchng (Update: 07.09.2010)
