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    Alles über Bier

    Photo von Luisa
    13.05.2013

    Bier gehört zu den beliebtesten alkoholischen Getränken der Deutschen. Doch Bier ist nicht gleich Bier. Welche Unterschiede und Sorten gibt es? Was ist das Reinheitsgebot? Oder wolltest Du schon immer mal wissen, welches Bier das stärkste ist? Dies und mehr Wissenswertes zum Thema erfährst Du in unserem Bier-Ratgeber.

    Bier ist ein alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränk, welches nach dem Reinheitsgebot gebraut wird. Hierbei werden die Grundzutaten Wasser, Hopfen, Malz und Hefe verwendet. Ein Bier besteht zu etwa 90 % aus Wasser. Das enthaltene Malz beeinflusst das Bier in Farbe und Geschmack. Das Aroma kommt vom Hopfen. Dieser wird auch die “Seele des Bieres” genannt. Die verwendete Hefe bringt die Bierwürze zum Gären, was den Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure umwandelt. Zudem gibt es zwei Arten von Bier –das ober- und untergäriges Bier. Das erkennst Du beim Brauen daran, wo die Hefe nach dem Brauprozess schwimmt. So setzen sich untergärige Hefen am Boden ab und obergärige schwimmen an der Oberfläche des Bieres.

    Wie wird Bier hergestellt?

    Wie bereits erwähnt, werden für Bier eigentlich nur vier Grundzutaten verwendet. Doch um Malz zu bekommen, benötigst Du im ersten Schritt Gerste, um genauer zu sein Sommergerste, da diese zweizeilig ist und einen niedrigen Eiweißgehalt hat. Die Körner der Gerste werden in einem warmen Raum gewässert, bis sie beginnen zu keimen. Die enthaltene Stärke wird zu Zucker und in späteren Prozessen in Kohlensäure und Alkohol umgewandelt. Wenn die Keimlinge sichtbar werden, kommen sie in eine Trockenvorrichtung, auch Darre genannt. Unter der Hitze wird so fast die gesamte Feuchtigkeit entzogen. Dieser Prozess bestimmt auch die Farbe des Bieres. So entsteht helles Malz bei 80 bis 90°C und dunkles bei 100 bis 110°C.

    Biergläser Anschließend wird das entstandene Malz zu Schrot verarbeitet und mit heißem Wasser in einem Maischbottich vermischt. Ab einer Temperatur von etwa 62°C beginnen sich die Enzyme im Malz zu verändern, so bildet sich aus der enthaltenen Stärke Malzzucker. Dieser löst sich im Brauwasser auf und es entsteht eine Art Zuckerwasser. Zudem finden weitere biochemische Prozesse statt, unter anderem entstehen so Nährstoffe, die für die später zugegebenen Hefen wichtig sind. Das bei dem Prozess entstandene Produkt wird auch Maische genannt. Diese kommt anschließend in einen Läuterbottich. Dort bleibt die Maische bis sich die sogenannten Treber (unlösliche Malzbestandteile) abgesetzt haben. Die abgesetzten Bestandteile sind sehr eiweißreich und werden oft als Viehfutter weiterverwendet. Nun fließt die klare Würze, aus der später das Bier wird, in eine Edelstahlpfanne. Dort wird die Würze auf ca. 100°C erhitzt und der Hopfen wird beigemischt.

    Die Menge an Hopfen variiert je nachdem, welches Bier hergestellt wird. In der Regel wird das Bier bitterer, je mehr Hopfen beigemengt wird. Zusätzlich spielt auch die Wasserhärte eine wichtige Rolle. So wird weiches Wasser eher für hellere Biersorten verwendet, härteres für dunkles Bier. Die Würze wird etwa zwei Stunden gekocht. So wird die Würze keimfrei und die Aromastoffe des Hopfens lösen sich. Die Menge der im Bier gelösten Extrakte legt die Stammwürze fest. Anschließend werden Hopfenrückstände und sonstige feste Bestandteile herausgefiltert. Nun wird die Würze abgekühlt und kommt anschließend in einen Gärbottich. Sie wird mit unter- oder obergärigen Hefen versetzt und dem natürlichen Gärprozess überlassen. Bei diesem Prozess spaltet sich der Malzzucker nun in Alkohol und Kohlensäure auf. Die Hefe wird mit Abschluss des Gärprozesses entfernt. Das Bier reift nun eine Zeit lang, bis es endgültig fertig ist.

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    Was ist das Reinheitsgebot?

    Das deutsche Reinheitsgebot ist die älteste und heute noch gültige Lebensmittelgesetzgebung. Sie existiert seit 1516 und wurde zuerst verbindlich für Bayern ausgesprochen. Sie besagte damals, dass für die Herstellung von Bier nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden durfte. Somit wurden die unterschiedlichen Braupraxen mit manchen obskuren Ausmaßen, die es zu der Zeit gab, unterbunden. Auch heute darf in der Bundesrepublik nur nach deutschem Reinheitsgebot Bier gebraut werden. Dieses besagt, dass ausschließlich die Zutaten Malz, Hopfen. Wasser und Hefe verwendet werden dürfen.

    Welche Biergattungen gibt es?

    Die Biergattungen definieren sich durch ihren Stammwürzgehalt und wurden nach einem alten Biersteuergesetz eingeteilt. Bier wird in folgende Biergattungen unterschieden:

    • Einfachbier – der Stammwürzgehalt liegt zwischen 1,5 und 6,9 %, der Alkoholgehalt zwischen 0,5 und 1,5 %, z.B. Süßbier
    • Schankbier – der Stammwürzgehalt liegt zwischen sieben und 10,9 %, der Alkoholgehalt bei 2,5 %. Die meisten auf dem deutschen Markt erhältlichen Schankbiere sind Leichtbiere oder auch alkoholfreie Biere. Ein Beispiel ist die Berliner Weiße – zudem ein obergäriges Bier.
    • Vollbier – der Stammwürzgehalt liegt zwischen 11 und 16 %, der Alkoholgehalt bei drei bis fünf Prozent. Die bekanntesten deutschen Biersorten zählen als Vollbier. Etwa 95 % aller in Deutschland produzierten Biere sind Vollbiere.
      Beispiel (obergärig): Alt, Kölsch, Weizenbier
      Beispiel (untergärig): Pils, Export, Lager, Märzen
    • Starkbier – oder auch Bockbier genannt, ist ein Bier mit einer hohen Stammwürze von über 16 %, der Alkoholgehalt liegt zwischen fünf und zehn Prozent. Du kannst helle und dunkle Starkbiere kaufen. Der Unterschied zu anderen Bieren? Bei der Herstellung von Starkbier ist die Maische dickflüssiger, da nicht so viel Wasser dazugegeben wird.
      Beispiel (obergärig): Weizenbock
      Beispiel (untergärig): (Doppel-)Bock

    Kurioses über Bier

    • Das stärkste Bier ist das schottische “Sink the Bismarck” aus der unabhängigen Brauerei Brewdog. Es hat einen Alkoholgehalt von 41 %. Dieser entsteht durch die zusätzliche Zugabe von Zucker und Hefe.
    • Am 17. Oktober 1810 fand das erste Oktoberfest in München statt. Angedacht als einmaliges Ereignis zu Ehren des königlichen Brautpaares, fand ein Pferderennen auf den Theresienwiesen statt. Zuerst in privater Hand, wurde es später zu einem jährlichen Fest, welches unter der Leitung der Stadt München ausgerichtet wurde und noch heute wird.
    • Jede dritte Brauerei der Welt befindet sich in Deutschland. Etwa 1.200 Brauereien stellen ca. 5.000 verschiedene Biermarken her. Die Region Oberfranken hat wiederum in Deutschland die höchste Brauereidichte, daher wird die Gegend auch Bierfranken genannt.
    • Bier hat etwa 8.000 Inhaltsstoffe, Wein hingegen nur 1.200.
    • Das sogenannte alkoholfreie Bier enthält oftmals eine geringe Menge an Restalkohol. Dieser liegt je nach Herstellungsverfahren zwischen 0,02 und 0,5 %. Im Vergleich: Fruchtsäfte enthalten durch natürliche Gärprozesse vergleichbare Alkoholmengen. Erst seit 2006 gibt es Biere mit 0,0% Alkohol.
    • Die erste Fracht, die auf der Bahnstrecke Nürnberg – Fürth 1836 transportiert wurde, war Bier.

    Bier-Statistiken

    Weißwein Der Bierkonsum in Deutschland ist rückläufig. Wurden im Jahr 2000 noch durchschnittlich 125 Liter Bier pro Kopf getrunken, so waren es im Jahr 2010 nur noch 107 l im Jahr. Damit ist auch der Bierabsatz in Deutschland gesunken. Damit liegen wir im europäischen Vergleich nur noch auf dem dritten Platz. Tschechien liegt mit einem Pro-Kopf-Bierverbrauch von 154 Litern auf Platz eins. Den zweiten Platz vor uns nimmt Österreich mit einem Bierkonsum von 108 Litern Bier pro Kopf ein.

    Hinweise zum Biergenuss

    Du solltest immer im Hinterkopf behalten, dass Bier ein alkoholisches Getränk ist. Alkoholische Getränke können eine starke psychische sowie zu einer körperlichen Abhängigkeit führen und so zu einer Alkoholkrankheit bzw. –sucht führen. Also Bier und andere alkoholische Getränke immer in Maßen genießen.

       

    Quellen

    Deutscher Brauer-Bund e.V. (5.2013) Lebensmittelwissen (5.2013) P.M. Magazin (5.2013) Bier-Lexikon (5.2013) Hotel Post Nesselwang (5.2013) Handelsblatt (9.2010) Freunde Deutscher Bierkultur e.V. (5.2013) Statista GmbH (5.2013) Bildquellen: Stock.xchng © engindeniz Stock.xchng © ale paiva

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