Immer mehr Bioware wird importiert

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02.07.2013

Der Umsatz von Biolebensmitteln ist in den letzten vier Jahren um 21 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu ist der Anteil an ökologischen Anbauflächen nur um 10 Prozent gestiegen. Als Resultat werden momentan rund 28 Prozent aller Biokartoffeln, 48 Prozent der Biomöhren und 25 Prozent der Bioeier aus dem Ausland importiert.

Die Deutschen geben immer mehr Geld für Biolebensmittel aus – doch die lokale Landwirtschaft zieht nicht nach. Darum müssen immer mehr Ökoprodukte importiert werden, obwohl sie problemlos in Deutschland angebaut werden könnten.

Jede zweite Möhre importiert

Der Umsatz von Biolebensmitteln ist in den letzten vier Jahren um 21 Prozent gestiegen. Rund 74 Euro gibt jeder Deutsche im Jahr für dafür aus. Im Vergleich dazu ist der Anteil an ökologischen Anbauflächen nur um 10 Prozent gestiegen.

Als Resultat werden momentan rund 28 Prozent aller Biokartoffeln, 48 Prozent der Biomöhren und 25 Prozent der Bioeier aus dem Ausland importiert. Dabei kommen die Produkte oft aus weit entfernten Ländern wie Ägypten oder Israel. Diese langen Transportwege sind natürlich alles andere als umweltfreundlich.

Landwirtschaft verpasst den Boom

Die Folgen für die hiesige Landwirtschaft sind schwerwiegend: Der Bio-Boom geht an den deutschen Landwirten vorbei. Als Gründe dafür sehen Forscher der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn “Umstellungshindernisse” beim Wechsel von konventionellem zu biologischem Anbau und “einseitige Förderpolitik” zugunsten der industriellen Landwirtschaft.

Als Verbraucher kannst Du darauf achten, nach Möglichkeit regionale Bioprodukte zu kaufen und im Laden gezielt danach fragen. Außerdem bieten viele Biomärkte bevorzugt regionale Produkte an. Mehr zum Thema Bio findest Du in unserem Biosiegel-Ratgeber.

Quellen

spiegel.de (5.2013) Bild: stock.xchng © lusi

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