Ist Bio wirklich gesünder?

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18.03.2014

Eine Studie in "Annals of Internal Medicine" kam jetzt zu dem Ergebnis, dass Bio-Lebensmittel nicht gesünder sind als konventionelle Produkte. Bio-Lebensmittel sind aber seltener mit Chemikalien, Pestiziden und antibiotikaresistenten Keimen belastet – was wiederum unserer Gesundheit ganz gut tut.

Was sind die Ergebnisse der Studie?

Die Studie besagt, dass Bio-Produkte zwar teurer, aber nicht gesünder oder nahrhafter sind, als konventionelle Lebensmittel. Die Wissenschaftler fanden keinen Unterschied im Vitamingehalt und keine signifikant unterschiedlichen Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Allerdings zeigte sich auch, dass Bio-Produkte 30 % weniger mit Pestiziden belastet waren, als herkömmliches Obst und Gemüse. Außerdem schienen Bio-Hühner und Schweine seltener antibiotikaresistenten Keimen ausgesetzt zu sein.

Dr. Crystal Smith-Spangler, die Autorin der Studie, hatte bei den Ergebnissen größere Unterschiede erwartet. Gesundheit ist für sie aber nur ein Grund, sich für Bio zu entscheiden. Auch Umweltaspekte, Tierwohl und Geschmack spielen eine Rolle. Das wurde in der Studie aber nicht untersucht.

Bio-Produkte auf barcoo

So wurde die Studie durchgeführt

Smith-Spangler und ihre Kollegen analysierten 237 bereits durchgeführte Studien. 17 dieser Studien beschäftigten sich mit dem direkten Vergleich von Menschen, die Bio und solchen, die konventionelle Produkte essen. 223 Studien verglichen Bio und konventionelle Produkte (Obst, Gemüse, Körner, Fleisch, Milch, Geflügel und Eier) bezüglich ihres Nährstoffgehalts oder Belastungen mit Bakterien, Pilzen oder Pestiziden.

Was sind Bio-Produkte?

Bio-Produkte werden generell ohne chemische Pestizide, Dünger, Bestrahlung oder Zusatzstoffe hergestellt. Außerdem werden in der Regel keine Antibiotika oder Wachstumshormone verwendet. Tiere in Bio-Haltung haben mehr Bewegungsfreiheit, Auslauf im Freien und bekommen Bio-Futter ohne Pestizide und Nebenprodukte.

Was genau fanden die Forscher heraus?

Paprika Tomate GurkeLediglich ein Nährstoff wurde in Bio-Gemüse in größeren Mengen gefunden als in konventionellem Gemüse: Phosphor. Dies wurde aber nicht als wichtig eingestuft, da Phosphor-Mangel kein weiterverbreitetes Problem ist. Bio- und konventionelle Milch enthielten gleich viel Eiweiß und Fett. Allerdings wiesen einige der untersuchten Studien darauf hin, dass Bio-Milch mehr Omega-3-Fettsäuren enthält, die das Risiko für Herzkrankheiten, Krebs und Arthritis senken.

Insgesamt fanden die Forscher aber keine stichhaltigen Beweise dafür, dass Bio-Produkte gesünder oder nahrhafter sind. Auch bei der Verunreinigung mit Bakterien wie E. coli, das zu schweren Infektionen führen kann, gab es keine Unterschiede zwischen Bio und konventioneller Ware.

Allerdings könne man auch nicht ausschließen, dass “bestimmte biologische Anbaumethoden den Nährstoffgehalt erhöhen … oder Bakterien vermehren oder vermindern.” Viele Studien wiesen darauf hin, dass Faktoren wie Reifegrad, Saison und Lagerung den Nährstoffgehalt beeinflussen können.

Kritik an der Studie

Kritik an der Studie kam von Charles Benbrook, Berater am Organic Center in Oregon. Seiner Ansicht nach wird in der Studie vernachlässigt, dass biologische Tierhaltung die Resistenz gegen Antibiotika senkt. Außerdem wurden keine Studien analysiert, die die Auswirkungen von Bio-Produkten auf Schwangere und Ungeborene untersuchten.

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Quellen

Learnist (3.2012), Bilder: Fotolia © natika, stock.xchng © egahen

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