Sojaanbau – Gefahr für den Regenwald?

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Photo von Sebastian
18.02.2014

Soja ist der Inbegriff für Brasiliens Aufstieg zur großen Agrarnation. Zum Ende des Jahres läuft nun ein Abkommen aus, das den Export-Boykott von Soja aus dem Amazonasgebiet regelte. Wird die Superbohne dann zum Sargnagel des Regenwalds? Und warum ist Soja überhaupt so beliebt?

Wie wird Soja eingesetzt?

Nahrungsmittel- und Tierproduktion

In der veganen und vegetarischen Ernährung ist Soja ein wichtiger Proteinlieferant. Beliebte Produkte sind Tofu oder Sojamilch. Außerdem wird Soja bei Rindern und Schweinen, vor allem aber Geflügel als Futterzusatz eingesetzt. Hier bestehen bereits 46 Prozent des Futters aus Soja.

Einsatz in der Medizin

Die geringeren Zahlen von Gefäßerkrankungen in ostasiatischen Ländern machen Soja hochinteressant für die medizinische Forschung. Seit 1999 erlaubt die amerikanische Food and Drug Association auf Sojaprodukten den Hinweis, dass diese das Risko von Herzerkrankungen mindern können.

Technische Verwendung

Aus Sojaöl hergestellter Biodiesel liefert 193 Prozent der Energie, die für seine Produktion eingesetzt wird und reduziert gleichzeitig den Treibhausausstoß gegenüber Treibstoffen aus Erdöl um 41 Prozent. Dadurch wird es als Kraftstoff immer beliebter.

Mächtiges Wirtschaftsgut vs. Regenwald

Soja ist nach Mais und Weizen die meistgehandelte Nutzpflanze der Welt und der große Finanzierer der brasilianischen Wirtschaft. Seit den 70er Jahren boomt der Sojaanbau derart, dass in nur wenigen Jahrzehnten fast der gesamte Atlantische Regenwald und weite Teile der Cerrado-Savanne dem Erdboden gleich gemacht wurden. Trotz Kritik von Umweltschutzorganisationen und sogar neuen Gesetzgebungen werden für den Sojaanbau bis heute illegal weite Flächen des gefährdeten Amazonasgebietes abgeholzt.

Amazonas ade?

Die bisher wichtigste Vereinbarung gegen die Rodung von gefährdetem Regenwald-Boden ist das 2006 verabschiedete Soja-Moratorium, eine in der brasilianischen Gesellschaft bisher einmalige Vereinbarung zwischen Umweltschutzorganisationen, der brasilianischen Regierung und dem Verband brasilianischer Ölsaatenhändler. Wichtigster Bestandteil dieser Vereinbarung: Soja, das im Amazonasgebiet angebaut wird, soll boykottiert werden. Ein voller Erfolg – zwischen 2006 und 2012 ging die Abholzung von 14.286 Quadratkilometer auf 4.571 Quadratkilometer Regenwald zurück.

Nun wurde dieses Moratorium zwar noch einmal bis Dezember 2014 verlängert, wie danach mit dem Sojaanbau umgegangen wird, steht jedoch in den Sternen. Umweltschützer befürchten, dass Soja nach Ende der Frist des Moratoriums wieder vermehrt in Amazonasgebieten angebaut und es dem Regenwald an den Kragen gehen wird.

Wenn Du sicher gehen möchtest, dass die von Dir verwendeten Soja-Produkte das Amazonasgebiet nicht belasten, solltest Du auf Bio-Soja-Produkte zurückggreifen.

Was meinst Du?

Behalten hier die wirtschaftlichen Interessen am Ende die Oberhand? Oder wird man eine umweltschonende Lösung finden?

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Quellen

taz (2.2014), dw.de (2.2014), Bild:

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