Tschüss Marmeladenbrot! Sollten wir wirklich ohne Zucker und Weizen leben?

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Foto: “Toasticide” von Stuart Caie, CC BY 2.0
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31.08.2015

Wir wollen uns bewusst und gesund ernähren. Dabei verzichten immer mehr Menschen auf Zucker oder Weizen, am besten gleich beides. Ist das ein Ideal, dem wir alle folgen sollten?

Kritik Nr. 1: Weizen macht dick und krank!

Spätestens seit dem Bestseller “Weizenwampe: Warum Weizen dick und krank macht” von William Davis wird über die Verträglichkeit unseres Grundnahrungsmittels heiß debattiert. Manche Menschen versuchen, komplett auf Weizen zu verzichten oder ersetzen Nudeln, Brot, Kekse und Müsli durch Alternativen.

broetchen fruehstueck Foto: “frühstück” von samilubinetzki, CC BY 2.0

Für die meisten ist Weizen unproblematisch

Das im Weizen enthaltene Klebereiweiß Gluten soll den Kritikern zufolge Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Ungefähr ein Prozent der Bevölkerung leidet an der angeborenen Erkrankung Zöliakie, bei der es nach dem Verzehr von Gluten zu Durchfällen, Blähungen und Bauchschmerzen kommt. Daneben gibt es die Weizenallergie, unter der einer von 1000 Menschen leidet. In diesem Fall reagiert unser Immunsystem mit Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschlägen und Augentränen. Für die meisten Menschen jedoch ist der Verzehr von Weizen unproblematisch.

Tipp: Wenn Du Beschwerden hast, führe zunächst ein Ernährungstagebuch und notiere Dir, welche Beschwerden nach welchem Essen auftreten. Somit kannst Du besser nachvollziehen, woran beispielsweise Bauchschmerzen liegen können.

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Unser Darm hat eine Schutzschicht

Neben Gluten sollen die im Weizen enthaltenen Lektine problematisch für uns sein, sie können in hohen Mengen zu einer Schädigung der Darmwand führen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht jedoch keine Gefahr, da wir durch Weizenprodukte nur geringe Mengen an Lektinen aufnehmen und unser Darm außerdem eine Schutzschicht hat. Dennoch sollten wir uns natürlich so vielfältig wie möglich ernähren und neben Weizenprodukten auch Dinkel, Hafer, Hirse, Quinoa oder Amaranth essen.

Kritik Nr. 2: Weg vom Zucker!

Wir nehmen täglich im Schnitt zu viel Zucker zu uns, sei es durch zuckerhaltige Getränke, Zuckerzusätzen in verarbeiteten Lebensmitteln oder den Verzehr von Süßigkeiten und Gebäck. Im März gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) daher eine neue Richtlinie heraus, nach der wir nur noch 25 Gramm Zucker, also umgerechnet sechs Teelöffel pro Tag, zu uns nehmen sollen. Zum Vergleich: Eine Dose Limonade hat im Schnitt allein zehn Teelöffel Zucker.

Die neue WHO-Richtlinie soll Übergewicht, Fettleibigkeit und Karies reduzieren und bezieht sich nicht auf natürlich vorkommenden Zucker in Obst, Gemüse oder Milch.

eis löffel Foto: “Sweet Corn Black Raspberry Ice Cream | Annie’s Eats” von Annie, CC BY-ND 2.0

Tatsächlich stecken in vielen verarbeiteten Lebensmitteln wie Müsli, Fruchtjoghurt, Rotkohl oder Ketchup große Mengen Zucker. In einer großen Ketchup-Flasche sind es unglaubliche 39 Stück Würfelzucker.

Fakt ist, wir brauchen Zucker, denn er liefert Energie für unser Gehirn. Stärke, die beispielsweise in Kartoffeln und Brot vorkommt, wandelt unser Körper ebenfalls in Zucker um. Ein kompletter Verzicht ist daher weder möglich, noch ratsam.

Fazit: Weniger ist mehr

Du musst nicht auf Weizen oder Zucker verzichten, um Dich gesund zu ernähren. Wie so oft im Leben, ist weniger einfach mehr. Variiere daher Deinen Speiseplan mit Alternativen wie Vollkornnudeln, Dinkelbrot und Haferflocken. Überprüfe doch mal eine Woche lang, wie viel Zucker Du zu Dir nimmst, wohinter sich Zucker versteckt und wo Du große Mengen einsparen kannst. Wir haben weitere hilfreiche Tipps für Dich:

  • Reduziere beim Backen die Zuckermenge um die Hälfte oder um ein Drittel. (Es schmeckt trotzdem!)
  • Probiere Zuckeralternativen aus.
  • Vielleicht ist Zuckerfasten etwas für Dich? Manche Menschen verzichten probeweise einen Monat oder sogar ein ganzes Jahr auf Zucker.

schokokuchen haselnuss Foto: “Chocolate hazelnut crepe cake” von Neil Conway, CC BY 2.0

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