Chemie zum Frühstück – wie gefährlich sind Pestizide?

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17.06.2014

Der Kontakt mit Chemikalien gehört zu unserem Alltag: Ob in Kleidung, Spielwaren oder besonders bedenklich – in Lebensmitteln. Vor allem bei Obst und Gemüse kommt es zu Überschreitungen der vorgeschriebenen Höchstgehalte für Pestizide. Wir zeigen Dir, welche Lebensmittel besonders belastet sind und was Du tun kannst.

Warum werden Pestizide eingesetzt?

Um die konventionelle Landwirtschaft gegen Insekten, Wildkräuter oder Pilzbefall zu schützen, werden giftige Pestizide eingesetzt. Im Bio-Anbau hingegen werden Pflanzenschutzmittel auf Naturbasis eingesetzt. Sie sind wesentlich weniger gesundheitsschädigend. Auch Nützlinge, wie der Marienkäfer auf Lausfang, bekämpfen Pflanzenschädlinge und sorgen für ein ökologisches Gleichgewicht.

Pestizide: Giftige Mitesser

In 80 % des Obstes und in mehr als 55 % des Gemüses aus konventionellem Anbau fand Greenpeace Pestizide (Untersuchungsgegenstand: 22.000 Proben aus 80 Ländern). Diese Chemikalien können legal im Obst- und Gemüseanbau eingesetzt werden, in Deutschland werden jährlich 30.000 Tonnen der Wirkstoffe verspritzt. Pestizide sind schädlich für das Immunsystem, sie können Krebs auslösen und das Nervensystem schädigen. Hinzu kommen gravierende Folgen für die Umwelt.

Gift im Grün: Paprika, Birnen, Trauben & Salat

Im Vergleich schnitten Produkte aus Deutschland und der EU besser ab als solche aus der Türkei und Übersee. Jedoch werden 70 % der in Deutschland verkauften Menge Obst und Gemüse importiert. Besonders hoch belastet sind Paprika, Birnen und Tafeltrauben aus der Türkei. Auch Trauben aus Deutschland und Kopfsalat aus Italien weisen hohe Konzentrationen auf. 2012 sorgten belastete Erdbeeren aus China für eine Brechdurchfall-Welle in Deutschland.

Das Gute liegt so nah

Was kannst Du tun? Kaufe Obst und Gemüse möglichst saisonal und regional. Über weite Strecken transportierte Produkte werden durch Chemikalien geschützt. Bei regionalen Produkten fällt dies weg. Greenpeace bietet ein übersichtliches Ampel-Bewertungssystem für Obst und Gemüse an. Von Grün für “eingeschränkt empfehlenswert”, über Gelb für “Vorsicht geboten” und Rot für “nicht empfohlen” kann sich der Verbraucher orientieren.

Bio größtenteils unbelastet

Wenn Du Bio kaufst, bist Du auf der sicheren Seite. Der Anbau von Bio-Lebensmitteln verbietet chemisch-synthetische Pestizide. Für geringe Spuren sind benachbarte Felder, auf denen Pestizide eingesetzt werden, verantwortlich. Achtung: Fair Trade-Produkte sind nur ökologisch produziert, wenn Bio drauf steht.

gemuese bio

Wasser, Go!

Spüle Dein Obst und Gemüse unter lauwarmem, fließendem Wasser ab. Wasche Dir nach dem Schälen von z.B. Banane oder Zitrusfrüchten die Hände, so isst Du keine Rückstände an Deinen Händen mit. Wenn Schalen gegessen werden oder wie bei Caipirinha in den Cocktail sollen, greife unbedingt zur Bio-Ware. Kaufe auch für Babynahrung nur Bio. Bei Kohlen und Salaten entferne die äußeren Blätter.

Was sagst Du?

Findest Du Pestizide in Deinen Lebensmitteln eklig und beunruhigend? Kaufst Du deshalb bewusst Bio, regional und saisonal ein? Teile Deine Meinung mit der barcoomunity!

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Quellen

BUND (6.2014), Süddeutsche.de (1.2010), Greenpeace (6.2014), Bilder: “Warning Pesticides: Fire Will Cause Toxic Fumes” von CGP Grey, CC BY 2.0, “farmer’s market” von paul stumpr, CC BY-SA 2.0

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